Dezember 2005


hoffest-006.jpgDas war ein schönes Fest gestern - meine Kollegin hatte Gäste aus Deutschland und zum Abschied gabs eine Trommelsession im Hof! Bandiagara, so heißt der “Cheftrommler” hatte noch 2 Freunde und seine besten Trommeln mitgebracht - er fertigt sie selbst an und so haben sie einen ganz besonderen Klang. Selbstverständlich steht das Tor offen und nach und nach kommen die Nachbarn und Nachbarinnen - erst die kleineren Kinder, die gleich anfangen, sich im Takt zu wiegen, später die Jugendlichen und dann auch die Erwachsenen, die sich feingemacht haben und sehen und erleben wollen, wo und warum da getrommelt wird - und dann wird auch getanzt. Natürlich werden wir aufgefordert mitzumachen, aber wir “trauen” uns erst als die Dämmerung anbricht, was dann nochmals für Begeisterung sorgt. Ich verstehe danach auch, warum es sich immer nur um kurze “Tanzeinlagen” handelt, die mit Zurufen und Applaus bedacht werden, ganz schön schweißtreibend das Ganze! Aus dem Publikum beschließt dann noch einer mitzutrommeln und es herrscht ein Kommen und Gehen - ca. 40 bis 50 Leute haben sich inzwischen versammelt - aber als es richtig dunkel wird, werden die Kinder eingesammelt und es geht heim …. Wir machen noch ein bisschen weiter und lassen den Abend gemächlich ausklingen.

Montags und Freitags ist Markttag in Bandiagara, am fruehen Morgen kommen die Lastwagen australischen Ausmasses an den Rand der Innenstadt und liefern Getreide, Reis und andere Waren in grossen Mengen an. Das kaufen dann kleinere HaendlerInnen auf, um es weiter zu verkaufen. Das meiste an frischen Waren kommt aber aus den Doerfern, auf Eselskarren, mit dem Buschtaxi; dem Moped, dem Fahrrad und ganz oft zu Fuss auf den Koepfen der Frauen, die weite Wege mit enormen Warenmengen zuruecklegen. Alle haben sich gut angezogen, vor allem am Freitag Mittag, wenn die Maenner in ihren farbigen Boubous aus der Moschee kommen, ist der Ort bunt und lebendig. Ich bewundere das, wie die Leute das machen, praktisch kein Wasser; aber immer alle und alles an Haus und Hof blitzsauber - Strassen und oeffentlicher Raum sind in dieser Hinsicht ein anderes Thema.
Auf dem Markt gibt es alles, was eine/r so braucht: Obst, Gemuese, Fleisch, Fisch, Haushaltswaren, Elektrogeraete, Batterien, Kleidung, kleine Imbisstaende bieten leckere Beignets (Krapfen) an, es gibt gegrillte Brouchettes (Fleischspiesschen) und geraeucherten Fisch. Wie immer fuer die Dorfjugend eine Gelegenheit den Marktplatz zu beleben, Radios dudeln, Mopeds schlaengeln sich durch das Gedraengel, fuer Autos ist die Innenstadt dann zum Glueck gesperrt. Ich wollte am Montag Eier kaufen, aber sie waren gekocht; heute komme ich an dem Stand wieder vorbei …. “Madame” klingt es schon von weitem, “heute haben wir frische Eier da”, klar dass ich welche kaufe und ein paar Mangos gleich auch noch, ist grade die beste Zeit dafuer.

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