März 2006


Mal wieder Reisevorbereitungen, diesmal geht es länger und weiter weg: erst nach Bamako, wo der Mitwirkungsausschuss tagt, dann nach Paris/Düsseldorf wo ich den 70. Geburtstag meiner Mutter mit feiern werde und wo einige Zahnarzttermine, eine Veranstaltung zum Sozialforum und natürlich viele Treffen mit FreundInnen anstehen, dann noch mal eine Woche Bamako, wo die Fachgruppe Zivilgesellschaft tagt.
Schnell hat sich herumgesprochen, dass ich nach Europa reise und dementsprechend kommen jetzt die “Bestellisten”, von den ded KollegInnen, von den malischen KollegInnen, von Nachbarn und Bekannten, die vorbeischauen und mir Briefumschläge und Grußaufträge vorbeibringen, damit ich sie in Deutschland weiterleite.

Internationaler Frauentag - und ich als einzige Frau im Büro von GAAS Mali, die Frauen haben nämlich heute hier frei! Ich hatte es gehört, aber nicht geglaubt - aber tatsächlich, alle Kolleginnen sind zu Hause geblieben und die Kollegen müssen mit dem Sekretariat und allem allein klarkommen - das wäre doch mal ein Vorschlag in europäischen Breitengraden!
Beim Telefonat mit der Kollegin aus dem Gleichstellungsbüro in Bamako erfahre ich, dass es heute einen großen Empfang mit der Gattin des Präsidenten gibt, die anlässlich des Internationalen Frauentages alle Frauengruppen und -assoziationen eingeladen hat. Gesponsert wird das Ganze wieder von Maggi, Ikatel und Malitel (den beiden großen Telefonanbietern hier) und natürlich gab es im Vorfeld den hier üblichen Stoff mit Aufdrucken des Mottos des Frauentages, aus dem sich die meisten Teilnehmerinnen phantasievolle Kleider haben nähen lassen.
In Bandiagara ist das alles etwas überschaubarer. Mde “Fifi” Dembeley, Chefin der ONG Y-AG-TU (Dogon: Yam Giribolo Tumo, in etwa “unter uns gemeinsam”), hat für ihre Frauenassoziation zusammen mit dem Chef des Hotels Cheval Blanc eine Abendveranstaltung mit der Dogon Band von Yousouf organisiert. Es gibt leckeres Essen vom Grill, Musik und Tanz bis in die Nacht und der Überschuss wandert in die Kasse von Y-AG-TU.