Dezember 2007


Torrevieja (Spanien, hinter Alicante)

Barcelona zu umfahren ist gar nicht so leicht – meinen ersten Flug habe ich 1977 hierher gemacht und die Stadt in guter Erinnerung, aber wir wollen ja nun letztlich nach Afrika, also gibt’s eine Städtereise später mal. Endlich sind wir aus den vielen Autobahnringen, Abzweigungen und Verteilern raus und halten uns Richtung Tarragona – irgendwie haben wir die Autobahn mal wieder verloren und sind auf der Landstraße, aber das macht nichts – es ist relativ wenig los.

Weiter geht’s über Castelló de la Plana, Valencia bis nach Alicante. Es ist schon dunkel, wir wollten hier eine Unterkunft suchen, aber dieser Ferienort ist außerhalb der Saison grade zu gruselig – Beton, Beton, Beton – alles Appartmenthäuer. Ich will an den Strand, den finden wir auch, aber auch hier kein kleines Hotel oder ähnliches in Sicht.

Also fahren wir weiter und biegen spontan Richtung Torrevieja ab. Im Dämmerlicht sehen wir riesige Bettenburgen – es gibt keine Ortschaften, nur diese Anlagen am Meer. Am Ortseingang von Torrevieja eine Auberge – gegenüber offenbar das örtliche Bordell, die Frauen stehen leicht gekleidet am Kreisverkehr – ich möchte lieber gar nicht nach einem Zimmer fragen.

Dann erreichen wir schließlich den eigentlichen Ort – und siehe da: Ein kleines freundliches Hotel unter chinesischer Leitung, eine echt bewohnte Ortschaft mit offenbar multikultureller Bevölkerung und gegenüber vom Hotel ein China-Restaurant – was will ich mehr! Beim Verdauungsspaziergang entdecke ich nicht nur den Hafen, sondern auch eine riesige Krippe vor der Kirche, wo nicht allein die heilige Familie dargestellt ist, sondern viele biblische Geschichten – sehr liebevoll gemacht.

Matare (Spanien, vor Barcelona)

Diese Küste (Bèziers, Narbonne, Perpignan) entlang ist es wunderschön, wir gönnen uns Strecken ohne Peage, die landschaftlich viel schöner sind als die Autobahnen, allerdings auch anspruchsvoller zu fahren, denn es sind viele LKW unterwegs, sie sparen sich die Autobahngebühren. In Frankreich noch eine kleine Tour durch die Cammarc – ich erinnere mich gerne an meinen Urlaub dort 2001. Da hatte ich allerdings noch nicht solche Kulturschockerlebnisse, wie diesmal. An einer Tankstelle geh ich in den Laden und erwarte einen typischen Tankstellenshop, stattdessen steh ich in einem dieser überdimensionierten französischen Supermärkte und bin erst mal überwältigt. Ist immerhin schon eine Weile her und selbst „unser“ Fourni, der größte Supermarkt von Bamako, kann hier nicht mithalten.

Es ist keine Saison, also gar nicht so leicht, eine Unterkunft zu finden. Aber wir haben Glück, ein Hostel am Straßenrand erweist sich nicht nur als preiswert und sauber, sondern hat auch eine gute Küche, was man schon daran merkt, dass viele Spanier zum Abendessen kommen … beim Bier kommen wir ins Plaudern – schließlich kennen wir uns nur flüchtig.

Dann ist es auch noch spannend mit Spanien in einem Land zu sein, dessen Sprache ich auch wieder nicht verstehe, aber ich falle trotzdem nicht weiter auf – bin ja weiß wie alle anderen auch!

Marseille

Morgens um 8.00 Uhr bin ich am Flughafen in Mopti, ich habe eine Art „Gutschein“, mit dem ich ab 9.00 Uhr eine Bordkarte erhalte. Dann lass ich mich mit zu Jutta ins Bed & Breakfast „Man kan te“ nehmen, wo ich erst mal frühstücke und mit ihr und ihren Gästen plaudere. U.a. ist dort Knud, dessen Mercedes Camper in Tirely einen Getriebeschaden erlitten hat und der jetzt versucht, per Telefon das Ersatzteil aus Deutschland aus dem malischen Zoll befreien – Jutta ist der Ansicht, dass er um eine Reise nach Bamako wohl nicht herumkommen wird.

Dann gibt es einen wunderbaren Flug über die Wüste, ich fliege ja sonst stets nachts von Bamako aus bzw. nach Bamako rein, so ist es etwas besonderes, um 14.00 h loszufliegen (nicht ohne 5! Feuerzeuge bei der Gepäckkontrolle verloren zu haben) und fast den ganzen afrikanischen Kontinent mit Bodensicht zu überqueren – beeindruckend.

Neben mir sitzt ein Franzose, der die Autotour schon öfter gemacht hat, er gibt mir Tipps zur Strecke und zu Hotels und Unterkünften auf dem Weg – er ist jeweils 9 Monate in Mali und 3 Monate in Frankreich ….

Beim Anflug auf Marseille beeindruckt mich die verschwenderische Lichterflut, die sich die Küste entlang zieht – und dann erst dieser riesige leere Flughafen …. Martin wartet am Ausgang und wir gehen am Hafen eine üppige Fischsuppe essen und leckeren Wein trinken – richtig französisch edel … Im Etap Hotel eine wunderbare heiße Dusche – hat ja schon was, wenn das warme Wasser direkt aus dem Duschkopf kommt!

Bandiagara

Parallel zur Gesamtabrechnung von 2007, die vor dem Abflug am 03.12. fertig sein und bis zum 14.12. nach Bamako gelangen muss, laufen die Vorbereitungen für die große Tour – der Flug nach Marseille von Mopti aus ist gebucht, Martin hat ein Auto gefunden und ich habe Malaria – denkbar „günstige“ Reisevoraussetzungen. Trotzdem verbringe ich das Wochenende weitestgehend im Büro, um unseren Kollegen bei der Abrechnung zu unterstützen – und siehe da, am Abend ist auch von hier alles fertig. Die Unterlagen aus Sévaré konnte ich schon am Freitag in Augenschein nehmen – sie reisen mit Keita nach Bamako, die von GAAS mit Kass und so denke ich, morgen beruhigt ins Flugzeug steigen zu können.

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