Fr 18 Nov 2011
Bandiagara
Na, das war ja eine Reise – so richtig zum wieder ins afrikanische Leben eintauchen! Eigentlich wollte ich ja mit meinem ganzen Gepäck einen Inlandsflug nehmen, aber die kleinen Maschinen waren bis zum 28.11. ausgebucht, so lange wollte und ich konnte ich nicht warten. Meine Recherchen, was andere Flugmöglichkeiten betrifft, brachten die Möglichkeit eines Laer-Jets zu Tage, für eine Summe, nach der ich die GIZ wirklich nur im Scherz fragen konnte – aber sie wären nach meinen Wünschen am 17.11. geflogen.
Also blieb der Bus. Den Kauf des Tickets nutze ich, um malischen Bekannten von Freunden aus Deutschland noch Sachen zu übergeben, im Gegenzug helfen sie mir beim Ticketkauf und fahren mich zu Annes Haus zurück.
Also gestern Morgen um 7.00 h sollte es losgehen. Natürlich ist es 8.00 h, bis alles verstaut ist und alle ihre Plätze haben. Aus Sicherheitsgründen wird vor der Abfahrt noch mal kontrolliert, ob die, die da im Bus sind, auch die sind, die angemeldet waren. Dann geht’s los – mit Bittar Transport – welches sich im Laufe des Tages als Bitter oder Bizzar-Transport entpuppen sollte.
Nach 3,5 Stunden sind wir in Segou, der wunderschönen alten Königsstadt am Niger – und werden höflich aber bestimmt gebeten, den Bus zu verlassen, es komme ein neuer Wagen. Also alles Gepäck raus und abwarten. Da kommt er auch schon, der neue Bus. Alle und alles wieder einladen und los geht’s – etwa bis zum Ortsende. Hier hält er wieder und wir werden aufgefordert, den Bus zu verlassen – kommt doch der vorherige Wagen wieder um die Ecke?!?
Alle und alles wieder einladen und los geht’s.
Immerhin, weitere 3 Stunden, ich finde, dass die Geräusche beim Schalten nicht besonders Vertrauens erweckend sind, aber naja, das Gefährt kommt voran. Bei jedem Stopp stürmen HändlerInnen den Bus, es gibt Obst, Gemüse, Backwaren, Wasser, Cola, Tee, Drogerieartikel … eigentlich alles, was man auf Reisen so braucht. Ich versorge mich mit Sesamkeksen und frischem Wasser – Vorsicht, die Flasche muß wirklich verschlossen sein, sonst kriege ich Probleme, es dauert mindestens 6 Monate, bis ich das hiesige Trinkwasser trinken kann.
3 Stunden spaeter; also von San aus, rufe ich frohen Mutes Hamidou an, um ihm zu sagen, dass wir in ca. 3 Stunden in Sevare sein werden, wo er mich dann abholen will.
Tja, am Ortsrand …. Ich brauche es nicht näher beschreiben, aber diesmal dauert es länger. Aufgrund des Nachtfahrverbots kann mir mein Kollege in Sevare kein Auto schicken - bis das in San ist, ist es garantiert dunkel - also endlich geht es weiter und ich rufe Hamidou an, er soll in Bandiagara bleiben, auch fuer ihn ist es gefaehrlich, bei Nacht zu fahren. Dann rufe ich Jutta an, die in Sevare eine Bed & Breakfast Pension hat, und frage, ob sie ein Zimmer und ein Abendessen für mich hat. Zum Glück klappt beides und ich bin heilfroh, als Jutta mich in Empfang nimmt und es Steak mit Fritten gibt.
Heute Morgen bin ich dann mit meinem Kollegen hierher gefahren, wir haben die Gelegenheit gleich zum „dienstlichen Austausch“ genutzt, denn er ist mein Vorgänger auf der Stelle im Rathaus.
Hamidou erwartet mich am Haus, das er hat putzen lassen, alles ist bestens vorbereitet und ich freue mich, dass ich endlich angekommen bin.