Vielleicht mal ein wenig zu meiner häuslichen Situation: Das Haus ist wunderschön, ruhig und obwohl noch einige Arbeiten ausstehen, kann man sich gut darin aufhalten. Abends sitzen Hamidou ich gerne auf dem Dach und schauen dem Sonnenuntergang zu, außer den Kühen, die von der Weide heimkehren und später den Sternen und dem Mond gibt es eigentlich nichts zu sehen, aber die Ruhe ist wirklich wohltuend.

Zum Haushalt selbst gehören wieder Yaiben, die schon beim letzten Mal für mich gearbeitet hat und deren Französisch sich sehr verbessert hat, hat sie doch die letzten 3 Jahre für meine Vorgängerin, eine Französin, gearbeitet; 2 junge Männer, Abou und Clement, die als Tag- und Nachtwächter angestellt sind und seit einigen Tagen noch ein Katerchen, das ich von einer Kollegin übernommen habe, die ausgereist ist. Er kümmert sich um die Mäuse, die sich Nächtens in der Küche vergnügen. Seit er hier ist, hat er jeden Tag eine gefangen, nur die gestern, die war schlau und ist durch die Eingangstür entwischt. Der Kater muss sich noch einleben und darf deshalb noch nicht raus.

Yaiben hat auch ihre Kochkünste erweitert und sie überrascht mich jeden Tag mit neuen Kreationen. Da kann man sich schnell dran gewöhnen. Bei dem vielen Staub in der Luft und im Haus bin ich froh, dass ich Hilfe habe, am Wochenende versuche ich der Situation selbst Herr zu werden, aber man muss sich echt ranhalten.

Derzeit ist es sehr kühl, ich hoffe die Autos kommen bald an (sie sind schon an der Grenze nach Mali und der Kollege, der den Nissan kauft, freut sich auch schon) darin habe ich jedenfalls noch Hausrat und vor allem wärmere Kleidung und ein Federbett – derzeit behelfe ich mich mit einem alten Schlafsack, der von damals noch hier geblieben ist. Ohne den wäre ich völlig aufgeschmissen, ich weiß  gar nicht, wie ich vergessen konnte, wie kühl es des Nachts hier im Dezember/Januar sein kann.

Am Haus selbst stehen noch Klempnerarbeiten und ein upgrade der Solaranlage aus, ab April werde ich dann ganz darin wohnen können – in schah allah! Die Solaranlage ist ein wenig eigenwillig, unterdimensioniert und nun auch noch mit dem vielen Staub in der Luft, verabschiedet sich die Beleuchtung meist schon nach kurzer Zeit. Wir werden diese Anlage verkaufen und dann entsprechend der Hausgröße eine angepasste beschaffen. Zum Glück haben wir grade am Wochenende den Experten hier vor Ort angetroffen, er hat auch die Krankenhäuser in Bandiagara und Mopti ausgestattet.

Hier läuft es nämlich so: Wenn EDM (Energie du Mali, rwe von Mali) nicht liefern kann, wird die Versorgung wichtiger Einrichtungen über Solarenergie gesichert. Dabei wäre es umgekehrt, also mit einem Einspeisegesetz, viel sinnvoller und würde auch Einkommensmöglichkeiten kreieren. Aber diese Idee kannte der Fachmann auch noch nicht.

Die GTZ hat in Mopti ein Ausbildungszentrum für Solarfachleute aufgebaut, man kann also hoffen. Es gibt auch zunehmend ein Angebot an Panels und Anlagen, kommt alles vor allem aus China. Es heißt, diese Anlagen seien an die große Hitze, die hier ab Februar herrscht, besser angepasst, als die aus Europa. Scheint mir vor allem ein technisches Problem zu sein.