Am Freitag waren wir bei der Beisetzungsfeier für die Mutter unserer Bürgermeisterin, Mme Guindo, ich bin eh schon gebeutelt, denn Hamidou hat auch den Verlust von 2 guten Freunden zu verkraften, da waren wir Donnerstag für die Kondolenz – nun mich ereilte dann der Anruf der GIZ, dass ich am Samstag (also gestern) nach Bamako zu fahren habe. Ich versuche noch zu verhandeln, dass ich ja jederzeit über Ouagadou ausreisen kann, bis uns auffällt, dass jetzt die Nachbarn, also Burkina Faso auch, die Grenzen geschlossen haben. Außerdem haben wir keine Visa für Burkina und ich also keine Wahl, als mit meinen KollegInnen nach Bamako zu reisen. Packen war nun für mich keine Aufgabe, wollte ich ja letzte Woche noch nach Europa in Urlaub fliegen. Also ein trauriger und überstürzter Abschied im Rathaus (die meisten KollegInnen sind noch beim Kondolenzbesuch der Bürgermeisterin), wo ich versichere, in Kürze zurück zu sein. Und natürlich von Hamidou und der Familie, es ist klar, dass er hier bleibt, er kann nicht alle und alles im Stich lassen, wir glauben ja auch, dass ich bald zurück bin. Fällt mir nicht leicht, aber ich muss ja am Samstag morgen erstmal die 800 km nach Bamako fahren, da ist nicht viel Zeit für Abschiedsschmerz. Natürlich habe ich dann auch prompt noch eine Reifenpanne, bin froh, dass wir mit 2 Autos unterwegs sind und dass Angelika und Horst mir helfen den Reifen zu wechseln. Nun bin ich in Bamako und überlege, was zu tun ist. Seitens der GIZ habe ich gehört, dass wir womöglich in eines der Nachbarländer ausfliegen, dazu habe ich gar keine Lust und ein Telefonat mit Hamidou hat mich in der Entscheidung bestärkt, sofort nach Deutschland zu fliegen. Wenn ich schon nicht hier bei meinem Liebsten, der Familie und bei meiner Arbeit sein kann, dann will ich wenigstens in Deutschland bei meinen Leuten sein. Mal sehen, ob ich das noch hinkriege, habe ja das meiste Geld in Bandiagara gelassen. Typisch Deutsch, beim ersten Anzeichen von Bankenschließung habe ich die Konten geräumt.