Juli 2012


Remscheid

Das Leben auf Abruf fordert seinen Tribut, es ist schwierig, die Kontakte hier zu halten und nicht dauernd alle mit meinen Sorgen um Mali und meine dortige Familie zu nerven. Andererseits erfahre ich auch viel Anteilnahme und Unterstützung, wofür ich sehr dankbar bin. Die Geduld vieler FreundInnen und die meiner hiesigen Familie ist wirklich bewunderswert.

Remscheid

Hamidou war in Bamako und hat versucht ein Visum zu bekommen, auch wollte er seinen Arzt zu seiner Reisefähigkeit befragen. Der Arzt ist im Urlaub und die Botschaft teilte mir am Telefon mit, dass sie nicht wissen, ob sie bis Ende des Monats ein Visum ausstellen können, da es sein kann, dass sie jeden Tag schließen müssen.

Hamidou und ich beschließen darauf hin, dass wir lieber im nächsten Jahr gemeinsam nach Europa reisen. Ich hoffe ja mal wieder, dass ich Ende August ausreisen kann, das sind dann nur noch 6 Wochen, die kriegen wir auch noch rum.

Sicher ist auf jeden Fall, dass ich nicht nach Bandiagara zurück kann, das jetzt in der tiefsten roten Zone liegt. Es sind ca. 500 km bis Gao und 600 km bis Timbouktou und es ist auch klar, dass eine militärische Intervention, wenn es sie denn gibt, von Mopti aus geht, das nur 60 km entfernt ist. Es wird mir eine Aufgabe beim Dachverband der Nichtregierungsorganisationen in Bamako in Aussicht gestellt. Das könnte eine spannende Aufgabe sein.

Remscheid

Das war wirklich eine gute Sache – alle 60 Menschen sind gekommen, die Sonne schien und trotz des schwierigen Themas war die Stimmung gut. Es haben auch 5 Personen der Vereinigung der Auslandsmalier teilgenommen, was sehr gut war, denn sie konnten meinen Versuch einer Lagebeschreibung aktuell und vor allem aus ihrer Sicht ergänzen und korrigieren.

Alle haben zum Gelingen beigetragen, jede Gruppe hat sich an ihre knappen 3 Minuten Redezeit gehalten und wir haben nun einen hervorragenden Überblick, wer, wo, zu welchem Thema und mit welcher Partnerorganisation aktiv ist. Eines der wichtigsten Ergebnisse ist die Überzeugung, dass Unterstützung für Mali jetzt erst recht nötig ist und dass möglichst intensiver Kontakt zu den malischen Partnerorganisationen gehalten werden muss.

In einem offenen Brief an Außenminister Guido Westerwelle und Entwicklungsminister Dirk Niebel fordern die Teilnehmenden außerdem verstärktes Engagement Deutschlands, um Mali aus der Krise zu helfen.

Vielleicht trägt der avisierte Besuch in Mali von Minister Niebel Anfang August ja dazu bei.

Das entstandene Netzwerk will weiter arbeiten und dazu beitragen, dass das Schicksal Malis auch in der deutschen Öffentlichkeit präsent bleibt.

Die Zusammenarbeit mit Herbert und Renate Querfurt von der Aktion pro Afrika e.V. und Peter Brucker von der Mali Hilfe e.V. hat viel Spaß gemacht. Jetzt gilt es den offenen Brief an die Minister zu lancieren und die Antworten bekannt zu machen. Außerdem soll eine website mit Forum eingerichtet werden, damit sich die privaten Träger, Gruppen, Vereine und Initiativen besser austauschen können.

Besonderer Dank gilt Martin Budich vom Ludwig Quidde Forum e.V., dem Team des Sozialen Zentrums und der Hutzel-Bäckerei in Bochum, die das Treffen persönlich, ideell und logistisch hervorragend unterstützt haben.