Bamako

Schließlich war der Abschied, vor allem von meinen Eltern, Andrea und Sebastian sowie engen FreundInnen nicht leicht. Wir haben aber ja die Erfahrung, dass ich immer wieder zurück komme und es ist auch klar, dass ich die jetzige Chance nutzen muss. Susanne brachte mich nach Brüssel  (Danke nochmal dafür!), denn ich habe doch einiges an Gepäck, vor allem Geschenke und Mitbringsel – ich selbst habe ja meinen Haushalt in Mali auf Dauer angelegt, was mir beim Umzug wohltuend auffiel, denn ich habe einfach nicht mehr so viele Sachen, an die ich mein Wohlbefinden hänge. Je weniger, umso besser, es schafft Raum für andere Ebenen, die durch zu viele Sachen verschüttet werden – ich bin jedenfalls froh, wenn ich mit einer kleinen Tasche unterwegs bin und darauf setzen kann, dass der Rest sich schon finden wird …

Am Flughafen in Bamako angekommen, fällt mir durch die Luft auf, dass jetzt Regenzeit ist, daran hatte ich gar nicht gedacht, ich bin ja in glühender Hitze ausgereist – warm ist es noch immer, so um die 30 Grad, es ist 1.00 h morgens Ortszeit und es riecht nach Wüste und Wasser und Großstadt und Flughafen.

Bei der Passkontrolle geht es sehr schnell, das Gepäck lässt auf sich warten. Ein junger Gepäckträger bietet mir höflich seine Dienste an, was ich gerne an nehme. Während wir warten, erklärt er mir die politische Lage in Mali aus seiner Sicht. Er ist offenbar gut auf dem laufenden. Ich bin allerdings auch sehr müde und froh, als mein Gepäck kommt. Er meint noch, dass ich doch bestimmt hier arbeiten würde – bin schließlich die einzige Weißnase und übe mich in Geduld. Modibo, der Mann meiner Freundin Anne holt mich am Flughafen ab und ich habe hier erst mal ihr Gästezimmer.

Dann habe ich wieder Glück und kann übermorgen in ein leerstehendes, aber voll eingerichtetes Haus in der Nähe des GIZ Büros und der deutschen Botschaft weiter ziehen. Also erst mal nur putzen.